Im März 2008 wurden alle 81 Städte über 100.000 Einwohner angeschrieben und per Fragebogen um die Papierverbrauchszahlen auf Basis der Ausschreibungen aus dem Jahr 2007 gebeten. Die Beteiligung war enorm und zeigt, dass die Städte ihrer Vorbildfunktion gerecht werden wollen und im Bereich der Beschaffung von Papier vielfach bereits ökologisch zukunftsweisend handeln. Der Rücklauf von über 80%, das entspricht einer Teilnahme von 65 Städten, belegt zugleich den repräsentativen Charakter der Ergebnisse und zeigt das große Interesse der Kommunen, den konkreten Nutzen einer nachhaltigen Beschaffung praktisch darzustellen.

Sehr hohe Beteiligung der Städte
Für die überwältigende Unterstützung seitens der Oberbürgermeister und Oberbürgermeisterinnen bedankt sich die Initiative Pro Recyclingpapier. Insbesondere die zuständigen Beschaffungsstellen haben sich mit großem Engagement am Projekt „Papieratlas 2008“ beteiligt. Ihnen gilt an dieser Stelle besonderer Dank und Anerkennung für das Zustandekommen des Papieratlasses. 16 Städte haben aus unterschiedlichen Gründen nicht teilgenommen. Häufigster Grund war die dezentrale Beschaffung, die eine Erhebung der Daten nicht möglich machte. Viele Städte konnten aus diesem Grund auch die Zahlen für den Schulbereich nicht angeben.

Recyclingpapiereinsatzquote liegt im Durchschnitt bei 70 %
Die für den Papieratlas erhobenen Daten zeigen eindrucksvoll, dass der Einsatz von Recyclingpapier in deutschen Kommunen bereits sehr verbreitet ist – wenn auch die Einsatzquoten von Stadt zu Stadt stark variieren. Insgesamt wurden in den 65 Städten, die an der Erhebung teilgenommen haben, 2.414.482.123 Blatt (= 12.072,4 t) Papier verbraucht.
Davon waren 1.710.243.755 Blatt (= 8.551,2 t) Recyclingpapier mit dem Blauen Engel. Das entspricht einem Anteil von über 70 % im Durchschnitt.

Trend für Recyclingpapier zeigt weiter nach oben
33 Städte gaben an, den Einsatz von Recyclingpapier in der Verwaltung in Zukunft zu erhöhen, 29 Städte gaben an, die Quote für Recyclingpapier konstant zu halten und lediglich 3 Städte werden in Zukunft weniger Recyclingpapier einsetzen.
Recyclingpapier erfüllt heute höchste Ansprüche
Voraussetzung für den bereits erreichten hohen Verbreitungsgrad ist der qualitative Quantensprung, den Recyclingpapier in den letzten 30 Jahren vollzogen hat. Intensive Forschung und technologische Innovationen auf dem Sektor der Altpapieraufbereitung und der Papierherstellung ermöglichen heute die Produktion von Hightech-Recyclingpapier, das hochwertige Qualität und anspruchsvolle Ästhetik mit höchsten ökologischen Standards vereint.
Gewinnerstadt ist Aachen
Die Gewinnerstadt Aachen erhält den diesjährigen Award „Recyclingpapierfreundlichste Stadt Deutschlands“ und den Preis von einer Tonne Recyclingpapier. Den zweiten Platz belegen gemeinsam die Städte Essen und Oldenburg.
Folgende Städte haben sich beim Wettbewerb Papieratlas 2008 beteiligt:
Aachen, Augsburg, Bergisch Gladbach, Berlin, Bielefeld, Bochum, Bonn, Bottrop, Braunschweig, Bremen, Bremerhaven, Chemnitz, Dortmund, Dresden, Erfurt, Erlangen, Essen, Frankfurt, Göttingen, Hagen, Halle (Saale), Hamm, Hannover, Heidelberg, Heilbronn, Hildesheim, Ingolstadt, Jena, Karlsruhe, Kassel, Kiel, Koblenz, Köln, Krefeld, Leipzig, Leverkusen, Ludwigshafen, Magdeburg, Mainz, Moers, Mühlheim an der Ruhr, München, Münster, Neuss, Nürnberg, Oldenburg, Osnabrück, Paderborn, Pforzheim, Potsdam, Recklinghausen, Regensburg, Remscheid, Reutlingen, Rostock, Saarbrücken, Salzgitter, Siegen, Stuttgart, Trier, Ulm, Wiesbaden, Wolfsburg, Würzburg, Wuppertal

Der Wettbewerb „Papieratlas 2009“ hat bereits begonnen
Ziel ist es, den Papieratlas jährlich herauszugeben, um die Entwicklung der öffentlichen Papierbeschaffung kontinuierlich zu verfolgen. Zugleich soll damit der Wettbewerbsgedanke im positiven Sinne zwischen den Städten nachhaltig verankert werden. Einige Städte, die in diesem Jahr nicht beteiligt waren, haben bereits angekündigt, im nächsten Jahr mit dabei zu sein. Viele Städte haben schon jetzt noch höhere Recyclingpapiereinsatzquoten vorausgesagt. Die Initiative Pro Recyclingpapier wird den Wettbewerb auch in Zukunft so gestalten, dass eine Beteiligung für alle Städte attraktiv sein wird.
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